Ein Bericht über Christen, die ihres Glaubens wegen unterdrückt werden, 2017-2019

ERGEBNISSE AUF EINEN BLICK

Berichtszeitraum: Juli 2017 bis Juli 2019 (einschließlich)
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Die Verfolgung von Christen in zentralen Ländern des Nahen Ostens wie Syrien und Irak ist nach einer Phase des Völkermords zu Beginn des Jahrzehnts deutlich zurückgegangen.

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Die Auswirkungen dieses Genozids bedeuten jedoch, dass es für einige christliche Gemeinden im Nahen Osten nun vielleicht zu spät ist, sich wieder zu erholen. In einigen Dörfern und Städten tickt die Uhr für das Verschwinden des Christentums lauter denn je.

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Die internationale Gemeinschaft zeigt sich zwar bezüglich der Verfolgung von Christen besorgt. Dennoch läuft ihr in vielen Teilen des Nahen Ostens die Zeit davon, wenn sie das Christentum retten will. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus, um den Fortbestand der Kirche dort zu sichern.

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Von Nigeria im Westen Afrikas bis Madagaskar im Osten Afrikas werden Christen in Teilen des Kontinents von Islamisten bedroht, die die Kirche auslöschen wollen – sei es durch Anwendung von Gewalt oder mit unehrlichen Mitteln, einschließlich der Bestechung von Menschen, damit sie konvertieren.

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Die Verfolgung von Christen hat sich in Süd- und Ostasien am stärksten verschärft. Hier befindet sich nun der regionale Schwerpunkt der Christenverfolgung.

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Angriffe auf Kirchen in Sri Lanka und auf den Philippinen zeigen, dass es dort jetzt eine „unheilige Allianz“ der Bedrohung von Christen in Süd- und Ostasien gibt, nämlich durch islamischen Extremismus, populistischen Nationalismus und autoritäre Regime.

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Eine zunehmende Einigkeit in den Zielen zwischen Gruppierungen, die einen religiösen Nationalismus verfolgen, und den betreffenden Regierungen ist eine wachsende Bedrohung für Christen und andere Minderheiten in Indien, Sri Lanka, Myanmar und anderen bedeutenden Ländern in Süd- und Ostasien.

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Auf der ganzen Welt sind Christen bevorzugtes Ziel gewalttätiger militanter Extremisten, die grenzüberschreitend operieren und Angriffe auf Christen vor Ort als legitime Alternative für direkte Schläge gegen den Westen ansehen.

LÄNDER AUF EINEN BLICK

CHRISTENVERFOLGUNG 2017-19
IM VERGLEICH ZU 2015-17
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= Situation hat sich verbessert
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= Situation ist unverändert
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= Sit. hat sich verschlechtert
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Momentaufnahme einer sich verschärfenden Krise

Joseph Kardinal Coutts

Erzbischof von Karatschi, Pakistan

„Christenverfolgung kann verschiedene Formen annehmen. Es gibt zum Beispiel brutale Angriffe durch den IS im Irak und in Syrien gegen Christen und Jesiden, aber auch subtilere Formen, wie zum Beispiel erzwungene Konversionen oder Verweigerung von Rechten.“

Hauptergebnisse

Diese Ausgabe von „Verfolgt und vergessen? 2019“ berichtet über Länder, die besonders von Christenverfolgung betroffen sind. Der Bericht fasst einen Zeitraum von 25 Monaten, von Juli 2017 bis einschließlich Juli 2019. Er basiert auf Informationsreisen von Mitarbeitern von KIRCHE IN NICHT in die betroffenen Länder, wie zum Beispiel Nordnigeria und Syrien. Dieser Bericht zeigt, dass in Ägypten, Pakistan und anderen Teilen der Welt christliche Frauen besonders leiden. Es gibt Berichte über Entführungen, erzwungene Konversionen und sexuelle Angriffe.

FALLBEISPIELE

KIRCHE IN NICHT fördert jedes Jahr mehr als 5000 Projekte in etwa 140 Ländern und hilft verfolgten Christen weltweit und dort, wo zu wenig Geld für die Seelsorge ist.