Case Study

Asia Bibi ‒ die erste in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilte Frau wird freigelassen

Mai 2019

Asia Bibi
Asia Bibi

Nach einem langen Kampf um Gerechtigkeit vor dem Gesetz verließ Asia Bibi ihr Heimatland Pakistan, um nach Kanada zu reisen und dort mit ihrer Familie wiedervereint zu sein.

Asia Bibi wurde im Jahr 2009 wegen des Vorwurfs der Blasphemie verhaftet und im November 2010 verurteilt. Sie war die erste Frau, die wegen dieser Straftat zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Sie beteuerte unablässig ihre Unschuld. Dennoch wurde der Gang der Gerechtigkeit immer wieder verzögert. Ihre Berufungsverhandlung wurde fünfmal verschoben, bis der Gerichtshof in Lahore das Todesurteil im Oktober 2014 bestätigte. Vier Jahre später hob jedoch der Oberste Gerichtshof Pakistans im Rahmen einer Berufung den Schuldspruch auf.

Ihre Tochter Eisham Ashiq erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT: „Dies ist ein solch wundervoller Augenblick! Ich danke Gott, dass er unsere Gebete erhört hat.“

Doch selbst dann war der Albtraum nicht vorbei. Massendemonstrationen führten dazu, dass die Regierung gegen das Urteil Berufung einlegte. Allerdings hielt der Oberste Gerichtshof im Januar 2019 an seinem Freispruch fest.

In einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT über die endgültige Freilassung von Asia Bibi sagte Pfarrer Emmanuel Yousaf, Vorsitzender der nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden: „Nach nunmehr fast 10 Jahren ist dies der Tag, auf den alle von uns gewartet haben, der Tag, an dem die Familie endlich wiedervereint sein kann.“

Quellen: Karzan Sulaivany, „Christian woman kidnapped by IS reunited with father after four years“, Kurdistan 24, 5. April 2018, https://www.kurdistan24. net/en/news/987a77c3-56c3-44b7-a8f9-e6a8d63d0e00?; Louise Callaghan, „Iraq’s Christians welcome home the women stolen by Isis“, The Sunday Times, 15. Juli 2018, https://www.thetimes.co.uk/article/iraq-s-christians-welcome-home-the-women-stolen-by-isispbpbcn2n0? (alle Seiten am 25. Juli 2019 abgerufen).

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