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SUDAN

Im Mai 2019 gab der militärische Übergangsrat bekannt, dass das islamische Recht der Scharia im Sudan weiterhin Anwendung findet. Dies löste unter den Christen Angst aus, die auf ein Ende der gewalttätigen Verfolgung durch den inzwischen abgesetzten Omar al-Baschir gehofft hatten. Das Scharia-Recht wurde 2011 in der Verfassung des Sudans verankert. Dies folgte auf die Unabhängigkeit des Südsudans. Christen sahen sich Armut, Krieg und Völkermord gegenüber.

Die schwerste Unterdrückung ist in den Nuba-Bergen festzustellen, in denen Christen eine ethnische Säuberung durchleiden. Arabische Sudanesen versuchen, schwarze Sudanesen auszulöschen, indem sie wahllos Militärangriffe auf christliche Dörfer, Kirchen, Krankenhäuser und Schulen ausüben.

Darüber hinaus hat der Konflikt im Südsudan seit 2014 Hunderttausende Flüchtlinge in den Sudan getrieben. Im Oktober 2017 berichtete KIRCHE IN NOT, dass christliche Kinder in den Flüchtlingslagern des Sudans gezwungen wurden, islamische Gebete zu sprechen, um Lebensmittelrationen zu erhalten. Eine Quelle, die nicht genannt werden möchte, sagte: „Kinder werden konditioniert, islamische Gebete zu sprechen, bevor man ihnen etwas zu essen gibt. Das ist nicht richtig.“1

 

1 Murcadha O’Flaherty und John Newton, „Christian refugee children must recite Islamic prayers before receiving food“, Aid to the Church in Need (UK) News, 6. September 2017, https://acnuk.org/news/sudan-christian-refugee-children-must-recite-islamic-prayers-before-receivingfood/ (abgerufen am 25. Juni 2019).
2 „Sudanese authorities demolish Evangelical church in Khartoum suburb“, Sudan Tribune, 14. Februar 2018 http://www.sudantribune.com/spip.php?article64728 (abgerufen am 19. Juni June 2019).
3 „Sudan’s Christian Schools allowed to follow Christian Week“, International Christian Concern, 29. April 2019 https://www.persecution.org/2019/04/29/sudans-christian-schools-allowed-follow-christian-week/ (abgerufen am 21. Juni 2019).
4 „Sudan arrests, tortures Christians in Darfur over apostasy charges“, Sudan Tribune, 31. Oktober 2018 http://sudantribune.com/spip.php?article66526; (abgerufen am 21. Juni 2019).
5 United States Commission on International Religious Freedom Annual Report 2019, S. 98 https://www.uscirf.gov/sites/default/files/2019USCIRFAnnualReport.pdf (abgerufen am 19. Juni 2019).
6 „Report claims over 70 churches in Nuba region destroyed or burned over last year“, International Christian Concern, 15. März 2019 https://www.persecution.org/2019/03/15/report-claims-70-churches-nuba-region-destroyed-burned-past-year/ (abgerufen am 18. Juni 2019).

 

Vorkommnisse:

FEBRUAR 2018
Am 11. Februar, veranlassten sudanesische Behörden den Abriss der Presbyterian Evangelical Church in Al Haj Yousif im Norden von Khartum.2 Die Polizei räumte das Gelände; Bücher, Stühle und andere Materialien im Inneren der Kirche wurden konfisziert. Kirchenführer sagten, dass ein Muslim, „der das Eigentum an dem Kirchengrundstück beansprucht, gefälschte Dokumente hat, die das Eigentum belegen”. Es gibt ein laufendes Gerichtsverfahren zur Anfechtung des geplanten Abrisses. Die Kirchenbehörden erklärten, dass das Grundstück der Kirche seit 1989 gehört und dass ein Richter gerade erst im Jahr zuvor ihre Besitzansprüche bestätigt hatte.3

OKTOBER 2018
Der sudanesische Sicherheitsdienst führte eine Razzia in einer christlichen Hauskirche in der Stadt Nyala in Süd-Darfur durch und „setzte die vom Islam konvertierten Gläubigen dieser Gruppe einen Tag und eine Nacht lang Prügel und Folter aus“.4 Laut Angaben des African Centre for Justice and Peace Studies wurden die Beschuldigten später freigelassen, nachdem sie ihrem Glauben abgeschworen hatten. Der Pfarrer wurde am folgenden Tag gegen Kaution freigelassen. Die Anklage gegen ihn lautete auf Apostasie, nachdem er sich geweigert hatte, sich vom Christentum abzukehren. Denjenigen, die der Apostasie für schuldig befunden werden, droht die Todesstrafe.5

MÄRZ 2019
Über 70 Kirchen wurden angegriffen, 32 davon wurden in den vergangenen 12 Monaten in den sudanesischen Nuba-Bergen niedergebrannt, so der Humanitarian Aid Relief Trust (HART).6 HART gab an, dass die Kirchen von sudanesischen Regierungskräften im Rahmen ihres Kampfes gegen die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (Sudan People‘s Liberation Movement – North, SPLM-N) angegriffen wurden. General Jagot Mukwar, stellvertretender Vorsitzender der SPLM-N, sagte: „Die Regierung tötet ihr eigenes Volk.“

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