Länder profile

ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

Das Massaker an mehr als 110 Menschen, die meisten von ihnen Christen – darunter zwei katholische Priester und ein Pastor einer Pfingstkirche – in einem von der Kirche geführten Flüchtlingslager1 zeigte das Ausmaß des internen Konflikts, der dem Land zusetzt. Der Überfall Ende 2018 war eine von vielen Gewalttaten der Ex-Séléka-Miliz, die Angriffe durchführte. Auch muslimische Gemeinschaften hatten darunter zu leiden.

Es gibt Berichte über eine „gewalttätige Welle ethnischer Säuberungen“2 im Westen des Landes. Anti-Balaka-Milizen, die sich zur Bekämpfung der Ex-Séléka zusammenschlossen, waren selbst in Angriffe auf Zivilisten verwickelt.

Bischof Juan José Aguirre Muñoz von Bangassou berichtete KIRCHE IN NOT, dass ausländische Söldner, die in die Zentralafrikanische Republik kamen, um das Land seiner Bodenschätze zu berauben, die Situation weiter destabilisiert hätten.3 Ein Friedensabkommen im Februar 2019 zwischen der Regierung und 14 bewaffneten Gruppen ist bereits unter Druck geraten – eine ehemalige Séléka-Splittergruppe zog sich im März aus dem Vertrag zurück.4

 

 

1 „Attack on the Displaced Persons’ Camp in Alindao, Basse-Kotto Prefecture, on 15th November 2018: Breaches of International Humanitarian Law and Atrocity Crimes Committed by the UPC and anti-Balaka associated militias“, MINUSCA, 28. Februar 2019, https://minusca.unmissions.
org/sites/default/files/minusca_human_rights_divisions_report_on_alindao.pdf (abgerufen am 22. Juli 2019).
2 „Central African Republic: Erased identity: Muslims in ethnically-cleansed areas of the Central African Republic“, Amnesty International, 31. Juli 2015, https://www.amnesty.org/en/documents/afr19/2165/2015/en/ (abgerufen am 22. Juli 2019).
3 Aid to the Church in Need (International), 10. April 2019, https://acninternational.org/country/central-african-republic/ (abgerufen am 22. Juli
2019).
4 „Central African Republic peace deal under strain“, Business Day, 4. März 2019, https://www.businesslive.co.za/bd/world/africa/2019-03-04-central-african-republic-peace-deal-under-strain/ (abgerufen am 22. Juli 2019).
5 Murcadha O Flaherty und John Newton, „Priest witnesses Church attack – at least 19 killed“, Aid to the Church in Need (UK) News, 3. Mai 2018, https://acnuk.org/news/car-priest-witnesses-church-attack-at-least-19-killed/; „CAR: Catholic Priest killed in church attack“, Christian Solidarity Worldwide, 4. Mai 2018, https://www.csw.org.uk/2018/05/04/press/3956/article.htm (abgerufen am 22. Juli 2019).
6 „Attack on the Displaced Persons“ Camp in Alindao, Basse-Kotto Prefecture, on 15 November 2018: Breaches of International Humanitarian Law and Atrocity Crimes Committed by the UPC and anti-Balaka associated militias“, MINUSCA, https://minusca.unmissions.org/sites/default/
files/minusca_human_rights_divisions_report_on_alindao.pdf (abgerufen am 22. Juli 2019).
7 Devin Watkins, „Pope recalls missionary sister killed in Central African Republic“, Vatican News, 22. Mai 2019 https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2019-05/pope-francis-missionary-sister-killed-priest-mozambique.html; John Burger, „European nun killed in Central African Republic, where she taught local girls“, Aleteia, 23. Mai 2019 https://aleteia.org/2019/05/23/european-nun-killedin-central-african-republic-where-she-taught-local-girls/ ; Rachel Russell, „Christianity crackdown: Horror after nun decapitated in brutal attack“, Daily Express, 1. Juni 2019 https://www.express.co.uk/news/world/1134848/christianity-news-central-african-republic-nun-attack-catholic

Vorkommnisse:

MAI 2018
Mindestens 19 Menschen, unter ihnen Pfarrer Albert Baba, wurden ermordet und rund 120 Menschen wurden verletzt, als am 1. Mai in in der Hauptstadt Bangui die Kirche Unsere Liebe Frau von Fatima überfallen wurde. Gemeindepfarrer Moses Otii sagte, die Angreifer „waren der Polizei zahlenmäßig überlegen, sodass sich die Polizei zurückzog. Dann eröffneten die Angreifer das Feuer auf die Kirche und warfen mit Handgranaten nach den Menschen.“5

NOVEMBER 2018
101 Christen und elf Muslime kamen ums Leben, als eine Ex-Séléka-Gruppe namens Unité pour la paix en Centrafrique (UPC) ein von der Kirche geführtes Lager für Binnenflüchtlinge in Alindao überfielen. Unter den Todesopfern des Massakers vom 15. November waren der Pfarrer einer Pfingstgemeinde, Gabriel Singa, und zwei katholische Geistliche: Prälat Blaise Mada, der Generalvikar der Diözese Alindao, und Pfarrer Célestin Ngoumango. Das Lager, das über 26 000 Flüchtlingen Obdach bot, wurde vollständig zerstört. Bischof Cyr-Nestor Yapaupa von Alindao sagte: „Die alten und behinderten Menschen verbrannten bei lebendigem Leib, wenn sie nicht schon erschossen oder geköpft worden waren … Die Angreifer schossen einfach auf alle Menschen.“ Wie es heißt, soll es zuvor Absprachen zwischen den Milizen und den UN-Truppen vor Ort gegeben haben.6

MAI 2019
Die Leiche der 77-jährigen Ordensschwester Ines Nieves Sancho wurde enthauptet und verstümmelt in Nola, im Südwesten der Zentralafrikanischen Republik nahe der Grenze zur Republik Tschad, aufgefunden. In der Nacht vom 19. auf den 20. Mai überfielen Attentäter ihr Haus, schleppten sie in die Werkstatt, in der sie Nähunterricht für die Mädchen des Dorfs gab, und schnitten ihr die Kehle durch. Der Überfall wurde der Ex-Séléka-Miliz, die sich selbst als 3R bezeichnet, zugeordnet.7

More articles

MYANMAR

„Ein unsichtbarer Krieg“ – so beschrieb San Htoi von

CHINA

Die Schwierigkeiten für Gläubige haben zugenommen, da die 2018

ÄGYPTEN

Die Zahl der schweren Bombenanschläge auf Kirchen in Ägypten

INDIEN

Während des Berichtszeitraums wurden in 24 der 29 indischen

IRAK

Nach dem Versuch des sogenannten Islamischen Staats, das Christentum

NIGERIA

„Es gibt eine klare Agenda: die Islamisierung aller Bereiche,

NORDKOREA

Nordkorea gilt als der gefährlichste Ort für Christen und

PAKISTAN

Christen sind gewalttätiger Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt, ein Großteil

SRI LANKA

Nach dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2009 ist

SUDAN

Im Mai 2019 gab der militärische Übergangsrat bekannt, dass

PHILIPPINEN

Die Ermordung von 22 Besuchern der Sonntagsmesse und die